QR-Codes sind im schulischen Alltag meist als digitale Wegweiser zu Webseiten bekannt. Doch ihr Potenzial für die Inklusion und den sonderpädagogischen Bereich geht weit darüber hinaus: Sie können als direktes Sprachausgabemedium dienen. So lassen sich Aufgabenkärtchen oder Arbeitsblätter unkompliziert vertonen, was besonders Schülern im Erstleseunterricht oder mit Unterstützungsbedarf im Bereich Sehen oder Sprache zugutekommt.
Dabei stellt sich oft die Frage nach dem Datenschutz, besonders wenn eigene Audioaufnahmen ins Spiel kommen. Im Folgenden betrachten wir zwei Wege, wie QR-Codes ohne Umwege über unsichere externe Server zum Sprechen gebracht werden können.
Die lokale Lösung: iPad-Kurzbefehle
Der Vorteil von Apple-Kurzbefehlen liegt darin, dass die Datenverarbeitung komplett auf dem Gerät verbleibt. Um ein „sprechendes“ System aufzubauen, benötigen wir zwei kleine Automationen:
1. QR-Code erstellen: In der App „Kurzbefehle“ wählen wir die Aktion „QR-Code erstellen“. Statt einer URL geben wir hier einen einfachen Text ein (z. B. „Guten Morgen“). Der generierte Code enthält keine Internetadresse, sondern lediglich diesen Textstring.
2. QR-Code vorlesen: Da die Standard-Kamera-App oft nur Links erkennt, bauen wir einen zweiten Kurzbefehl zum Auslesen. Dieser besteht aus der Aktion „QR-Code scannen“ gefolgt von „Text sprechen“.
Dieser „Scanner-Kurzbefehl“ lässt sich als Icon direkt auf dem Home-Bildschirm ablegen. Scannt ein Kind damit den vorbereiteten Code, liest das iPad den hinterlegten Text sofort über die interne Sprachausgabe vor.
Die flexible Web-Lösung: QR Storage von kits.app
Wer plattformübergreifend arbeitet oder echte Audioaufnahmen bevorzugt, findet mit QR Storage (einem Tool von kits.app) eine DSGVO-konforme Lösung. Hier stehen drei Varianten zur Verfügung:
• Reiner Text: Der Text wird im Code gespeichert.
• Text-to-Speech: Der Text wird serverseitig in Sprache umgewandelt.
• Mikrofon-Aufnahme: Es kann direkt eine eigene Sprachsequenz aufgenommen werden.
Besonders praktisch: Die Gültigkeit der Codes lässt sich in den Einstellungen von einem Monat auf bis zu zwei Jahre verlängern. Die erzeugten Codes können einfach heruntergeladen und in Arbeitsblätter integriert werden.
Fazit für die Praxis
Beide Methoden ermöglichen eine schnelle Differenzierung. Während die Kurzbefehle-Lösung unschlagbar im Datenschutz ist, bietet QR Storage mehr Komfort bei der Erstellung von Sprachaufnahmen. In der Förderschule können so beispielsweise Stationenlernen unabhängig von der Lesekompetenz der Schüler gestaltet werden – ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Teilhabe.
Jetzt endlich mal ein ganz ganz großes DANKE!!! Ich arbeite auch an einer Förderschule, habe auch schon Einiges der hier vorgestellten Dinge genutzt, aber in den letzten Tage auch noch ganz viel Neues erfahren/gelernt. Danke für deine sehr gewinnbringende Arbeit hier auf diesem Blog!!
Erholsame Weihnachtstage!
Astrid