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Lernsachen, Mastodon, Social Media und überhaupt

Zunächst die wichtigsten Daten und Fakten vorweg:

Lernsachen.blog ist auch auf Mastodon jetzt unter @lernsachen@bildung.social zu finden

Ich hatte in einem früheren Artikel ja beschrieben, wie ich selber eine Mastodon Instanz auf einem Raspberry Pi installiert habe und damit ins Fediverse eingetaucht bin. (https://lernsachen.blog/2022/04/30/lernsachen-trotet-jetzt-mit-mastodon-auf-einem-raspberry-pi-und-du-kannst-mitmachen/)

Das hat eigentlich auch gut funktioniert. Die anfängliche Euphorie war groß. Schnell waren tatsächlich auch bekannte Profile aus Twitter zu finden und es entstanden erste Kontakte.

Server werden ist nicht schwer, Server sein dagegen sehr

(alte Volksweisheit)

Leider hat sich herausgestellt, das der Betrieb auf einem Raspi (auf dem auch noch zig andere Dienste laufen) auf Dauer nicht so trivial ist. Speicherplatz, Sicherheit, usw… – Irgendwann konnte ich meine eigene Instanz nicht mehr öffnen. Damit ist der Umzug meines alten Mastodon Profils auf eine neue Instanz auch nicht möglich gewesen. Daher jetzt meine neue Heimat auf https://bildung.social

Warum überhaupt?

Viele überlegen sich gerade, Twitter zu verlassen und es mit dem dezentralen OpenSource Werkzeug Mastodon zu versuchen.

Ich habe mich vor Jahren für Twitter als zentrale Social Media Plattform entschieden, weil es vom Design einen entscheidenden Unterschied zu anderen Netzwerken hat: Es ist offen.

Man muss nicht in geschlossenen Gruppen um Einlass bitten, man muss niemandem folgen, man kann auch nach Hashtags und Suchbegriffen suchen, man kann sich vernetzen, man kann sich an Diskussionen beteiligen oder man bleibt anonym und liest teils schockiert, teils amüsiert mit, wenn sich andere mal wieder zu wichtig nehmen und glauben, Streitigkeiten auf so einem Medium austragen zu müssen.

Aber man konnte sich gut vernetzen

Im Laufe der Zeit ist ein tolles persönliches Netzwerk gewachsen aus dem viele Gespräche, Begegnungen und gemeinsame Projekte entstanden sind. Wir haben gemeinsam kollaborativ gebrainstormt, Fortbildungen geplant, Bücher geschrieben, Software entwickelt, und und und …

Nicht zuletzt konnte man viele interessante Menschen auch persönlich treffen, wie kürzlich auf dem Diklusions Barcamp in Bonn. (https://www.aktion-mensch.de/inklusion/bildung/veranstaltungen/barcamp-oktober-2022)

Und jetzt gehen alle?

Ich verstehe die Skepsis mit der Übernahme von Twitter durch eine umstrittene Persönlichkeit wie Elon Musk. Aber wussten wir tatsächlich vorher so genau, welche Interessengruppen Einfluss auf die Führungsetage dieses Unternehmens genommen haben?

Ich finde es auch unerträglich, wenn ich mir ab und zu ansehe, welche Hashtags in den Twittertrends auftauchen und welch unsäglichen Threads oft daraus entstehen.

Aber das hat mit meiner Bubble nichts zu tun. Hier suche ich mir die Rosinen heraus und profitiere von meinem persönlich kuratierten Netzwerk und von allen Vorteilen, die ich oben beschrieben habe.

Alles ist im Fluss

Nichts ist in Stein gemeißelt. Soziale Netzwerke kommen und gehen.

Ich werde vorerst auf Twitter bleiben und parallel auf Mastodon tröten, weil mir die Netzwerke, die Kontakte, die Diskussionen wichtig sind.

Ich hoffe, wir verlieren uns nicht aus den Augen

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Lernsachen trötet jetzt mit Mastodon auf einem Raspberry Pi – und Du kannst mitmachen

Nachdem der reichste Mann der Welt für unglaublich viel Geld eines der wichtigsten sozialen Netzwerke gekauft hat und dieses nun zentral nach seinen Wünschen umgestalten kann, schauen sich viele Nutzer nach Alternativen um, die vielleicht mehr Wert auf Datensparsamkeit legen. Dabei liegt vor allem ein Dienst im Trend, nämlich Mastodon.

Was ist Mastodon?

Das Mastodon Netzwerk läuft nicht über ein zentrales Servernetzwerk, welches von einer Organisation administriert wird. Die notwendige Software ist OpenSource und kostenlos und kann dezentral auf vielen Servern von unterschiedlichen Personen oder Organisationen betrieben werden. Diese Instanzen kommunizieren aber miteinander, so dass trotzdem die Nutzer verschiedener Server Inhalte teilen und miteinander interagieren können. Das ganze nennt man föderiertes Netzwerk. Und Teil einer Föderation zu sein ist für einen Star Trek Fan natürlich eine große Motivation.

Einfache Anmeldung

Das hört sich alles sehr technisch an, ist für den normalen Nutzer aber eigentlich auch nicht komplizierter, als eine Anmeldung bei Twitter.

Ich habe bei Mastodon zum Beispiel den Nutzernamen @thomas@mastodon.lernsachen.online

Mein Profil kann man hier einsehen:

https://mastodon.lernsachen.online/@thomas#

Raspberry Pi als Server

Ich bin natürlich gleich einen Schritt weiter gegangen und habe mich nicht einfach nur bei irgendeiner bestehenden Instanz angemeldet, sondern versucht, Mastodon selber zu betreiben. Dazu habe ich die Software über meinen Yunohost Server auf meinem Raspberry Pi installiert. Es ist faszinierend, wie relativ einfach das ging und dass jetzt ein komplettes soziales Netzwerk auf diesem kleinen Kästchen auf meinem Schreibtisch läuft.

Wer neugierig ist, darf sich gerne über meine Instanz bei Mastodon anmelden.

Dazu könnt ihr Euch einfach bei folgender Adresse registrieren:

https://mastodon.lernsachen.online

Ihr könnt Euch aber natürlich gerne auch eine andere Instanz suchen um das Netzwerk einmal auszuprobieren.

https://joinmastodon.org/communities

Es ist erstaunlich wieviele Nutzer*innen, zum Beispiel aus dem Twitterlehrerzimmer, man schon finden kann.

Ich will Euch dazu animieren, das Ganze einmal auszuprobieren und freue mich über neue Vernetzungsmöglichkeiten.

Zum Ende möchte ich noch auf das tolle Video von Jan-Keno Janssen auf dem Kanal ct3003 vom Heiseverlag verweisen, der hier kurz und kompetent noch einmal alles erklärt: