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Silben-Lesehilfe – Silbenfärbung und Wortbilder per Klick

Endlich! Ein neues Jahr, ein neues Programm. Ich darf Euch meine neue Web-App Silben-Lesehilfe vorstellen. Sie ermöglicht es, Texte mit wenigen Klicks visuell und auditiv zu unterstützen – sei es durch die klassische Silbenfärbung, visuelle Unterstützung durch Piktogramme oder eine integrierte Sprachausgabe.

https://go.lernsachen.online/silbenhelfer

Funktionsumfang im Überblick

Die Webapp läuft direkt im Browser und erfordert keine Installation. Der Fokus liegt auf einer reduzierten, ablenkungsfreien Oberfläche. Zu den Kernfunktionen gehören:

  • Silbenfärbung: Automatische Segmentierung und Färbung (blau/rot) der Sprechsilben mittels integriertem Algorithmus.
  • Wortbilder (Piktogramme): Automatische Verknüpfung von Nomen, Verben und Adjektiven mit Symbolen aus der bekannten ARASAAC-Datenbank.
  • Vorlesefunktion (TTS): Synthetische Sprachausgabe mit Karaoke-Effekt (Wort-Highlighting) und anpassbarer Geschwindigkeit.
  • Schriftbild: Nutzung der für Lesbarkeit optimierten Schriftart „Lexend“.

Praktische Umsetzung: Vom Text zum Material

Der Workflow für Lehrkräfte ist denkbar einfach gestaltet und eignet sich auch für die spontane Materialerstellung kurz vor Unterrichtsbeginn.

  1. Eingabe: Der gewünschte Text wird in das zentrale Textfeld eingetippt oder kopiert.
  2. Anpassung: Über Schalter im oberen Menü werden die Hilfen (Silben, Bilder) aktiviert. Über das Zahnrad-Symbol können unpassende Bilder ausgetauscht oder ausgeblendet werden.
  3. Export: Hier bietet das Tool drei spannende Optionen:
    • Als Bild (PNG): Ideal für gedruckte Arbeitsblätter oder zum Einfügen in Word/PowerPoint.
    • Als Player (HTML): Es wird eine einzelne Datei heruntergeladen, die offline im Browser funktioniert. Diese enthält den Text, die Bilder und die Vorlesefunktion.
    • Kopieren: Übernimmt den Text mit Formatierung in die Zwischenablage.

Sonderpädagogischer Bezug

Der „Silben-Lesehelfer“ deckt verschiedene Förderbereiche ab und ist besonders für den Einsatz in Förderschulen und im inklusiven Unterricht relevant:

  • Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS): Die Segmentierung in blau-rote Sprechsilben ist eine bewährte Methode, um den Leseprozess zu verlangsamen und die phonologische Bewusstheit zu stärken. Das „Verschwimmen“ von Buchstaben wird reduziert.
  • Unterstützte Kommunikation (UK) & Autismus: Durch die Integration der ARASAAC-Symbole erhalten nicht-sprechende Kinder oder Kinder im Autismus-Spektrum visuelle Anker, die das Textverständnis sichern.
  • Deutsch als Zweitsprache (DaZ): Die Kombination aus Schrift, Bild und Ton (multimodales Lernen) hilft beim Wortschatzaufbau und der korrekten Aussprache.
  • Sehbeeinträchtigung: Die Schriftgröße lässt sich stufenlos anpassen, und das Schriftbild ist kontrastreich gestaltet.

Methodische und didaktische Hinweise

Um das Potenzial der App voll auszuschöpfen, bieten sich folgende Einsatzszenarien an:

  • Binnendifferenzierung von Arbeitsblättern: Erstellen Sie vom gleichen Sachtext drei Varianten:
    1. Nur Text (Schriftart Lexend).
    2. Text mit Silbenfärbung.
    3. Text mit Silbenfärbung und Piktogrammen. Drucken Sie diese Varianten als PNG aus oder stellen Sie sie digital bereit.
  • Interaktives Lesetraining (HTML-Export): Die Export-Funktion als „HTML-Player“ ist ein didaktisches Highlight. Diese Datei kann per Lernplattform (Moodle, mebis, Logineo) an die Schüler verteilt werden.
    • Szenario: Schüler lesen den Text leise. Bei unbekannten Wörtern klicken sie auf „Vorlesen“, um die korrekte Aussprache zu hören (Selbstkontrolle).
    • Vorteil: Da die HTML-Datei offline funktioniert, ist keine ständige Internetverbindung am Schülergerät nötig, sobald die Datei geladen ist.
  • Wortschatzarbeit: Projizieren Sie den Text via Smartboard. Nutzen Sie die Funktion, Bilder gezielt auszutauschen, um mit der Klasse über Wortbedeutungen zu diskutieren („Welches Bild passt besser zu diesem Satz?“).

Datenschutz und Technik

Für den Schuleinsatz ist der Datenschutz essenziell. Der „Silben-Lesehelfer“ verfolgt einen „Privacy by Design“-Ansatz. Die Textverarbeitung und Silbentrennung finden lokal im Browser statt. Es wird kein Text auf Servern gespeichert.

Hinweis: Für die Wortbilder (ARASAAC) und Schriftarten werden externe Schnittstellen angefragt. Dies ist technisch notwendig, aber datenschutzrechtlich im Regelfall unbedenklich, da keine personenbezogenen Daten der Schüler (wie Namen oder Login) übertragen werden, sondern nur die Textinhalte zur Bildsuche.

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Universal Design for Learning – Barrieren abbauen bevor sie entstehen

Podcast „Das Digitale Duett“

Lukas Fehlings erklärt Universal Design for Learning als wissenschaftlich fundiertes Rahmenwerk für inklusive Bildung. Mit UDL gestalten Lehrkräfte Lernumgebungen präventiv für alle Schüler zugänglich durch drei Säulen: Das Warum, Was und Wie des Lernens. Der kostenlose KI-Assistenten Ludia unterstützt bei der UDL-Unterrichtsplanung. Ein strukturierter Ansatz für heterogene Klassen, nicht nur in Förderschule und Inklusion.

Gast:

Lukas Fehlings

Fachbeauftragter schulische Heilpädagogik bei Erziehungsdepartement Basel-Stadt / Experte für Universal Design For Learning / Ich schaff’s Coach

https://www.linkedin.com/in/lukas-fehlings-a58662297/

Links:

Taskcard Sammlung von Lukas:

https://www.taskcards.de/#/board/8d27f6c9-cc35-4b79-8a25-cfc7da13d3f6/view

KI Assistent für UDL:

https://poe.com/Iudia

Blog Artikel zu Ludia in Englisch:

https://www.bethstark.org/introducing-ludia-blog

Podcast: UDL in 15 Minutes

https://open.spotify.com/show/4nXjR8kJgAbbBcsBxWT5Kw?si=Uk9KZ3HhTwyYgx4KY1xGiw

Überall, wo es Podcasts gibt, z. B.:


https://creators.spotify.com/pod/profile/lernsachen/episodes/Universal-Design-for-Learning—Barrieren-abbauen-bevor-sie-entstehen-e38fvam

Präsentiert von:

https://lernsachen.blog

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Silbenschrift, Open Dyslexic und Bionic Reading – wie man digitale Texte besser lesbar macht

Lesen auf digitalen Geräten kann eine Herausforderung sein. Es bieten sich aber auch Chancen, Texte individuell besser lesbar zu machen. So kann ein Beitrag im Sinne der Teilhabe und Barrierefreiheit geleistet werden.
In dem Video stelle ich 5 Methoden vor, wie Texte für verschiedene Geschmäcker und Bedürfnisse aufbereitet werden können um eine bessere Lesbarkeit zu erreichen.

Linkliste und Themen im Video

„Silbenschrift, Open Dyslexic und Bionic Reading – wie man digitale Texte besser lesbar macht“ weiterlesen
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Welchen Browser verwende ich mit dem iPad im Unterricht?

Ablenkungsfreie Inhalte, Werbeblocker, barrierefreie Navigation und Offline Videos kann man durch eine alternative Browser-Wahl realisieren. Der Standard Browser auf dem iPad heißt Safari. Man kann aber wie auf einem Desktop Computer auch andere Internet Browser auswählen. Auf dem iPad verwenden zwar alle die gleiche Apple Technology namens WebKit. Dennoch unterscheiden sie sich teils erheblich im Aussehen und im Funktionsumfang. Im Video stelle ich vier Browser mit ihren Vor- und Nachteilen für den Einsatz in der Schule näher vor, nämlich Safari, FragFinn, Brave Browser und iCab Mobile.

Veröffentlicht in Basics, Unterrichtsvorbereitung, Unterstützte Kommunikation

Digitale Barrierefreiheit

Digitale Medien, Informationen, Webseiten und Lernplattformen sollten für möglichst alle Menschen zugänglich sein. Alle sollten die dort angebotenen Inhalte lesen, verstehen, dort navigieren und interagieren können. Dies gilt auch zum Beispiel für Powerpoints, PDFs und Lernprogramme. Um dieses Ziel zu erreichen, können einerseits Inhalte bereits klar strukturiert aufbereitet oder zumindest so vorbereitet werden, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit haben mit Hilfe assistiver Technologien das digitale Angebot zu erschließen.

In diesem Beitrag möchte ich eine Orientierung geben, welche Aspekte beim Erstellen digitaler Inhalte zu beachten sind und an welchen Richtlinien und Verordnungen man sich dabei orientieren kann.

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Podcast „Das Digitale Duett“, Episode #12: Lernmaterialien für blinde und sehbehinderte Menschen – Annette Pavkovic

„Nur eine tote Maus ist eine gute Maus“. Wir sprechen über die Wichtigkeit von IT-Grundwissen in vielen Alltagssitzationen. So muss zum Beispiel die räumliche Orientierung abstrahiert werden, da mit Hilfe der Braille-Zeile nie der ganze Bildschirm überblickt werden kann.

Hier kann man den Podcast hören:

Gast:

Annette Pavkovic,

m.a., Fachlehrerin am Sehbehinderten- und Blindenzentrum Unterschleißheim

Kontakt:

annette.Pavkovic@sbz.de

Präsentiert von:

https://lernsachen.blog

https://anchor.fm/lernsachen