Christian Urff ist Sonderpädagoge und hat Informatik studiert. Die ideale Kombination, um mit breit gefächerten Kompetenzen hochwertige Lernprogramme zu entwickeln. Wer in den letzten Jahren nach guten Apps vor allem im Bereich Mathematik gesucht hat, kam um die „Urff-Apps“ eigentlich nicht herum. Und jetzt kommen auch noch Lese-Apps dazu, zum Teil mit KI-Unterstützung. Im Gespräch erklärt mir Christian die wissenschaftlichen Methoden und die vielen Überlegungen, die in den Entwicklungsprozess einfließen. Die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler stehen dabei im Mittelpunkt und sind entscheidend für erfolgreiche digitale Lernprozesse.
Die visuelle Programmiersprache Scratch ist ideal zum Programmieren lernen. Doch der festgelegte 4:3-Bildschirmformat begrenzt die Anwendung auf Geräten wie iPads oder Handys. Abhilfe schafft TurboWarp. Projekte können als HTML oder ZIP exportiert werden, wodurch sie offline nutzbar sind oder in Lernplattformen eingebettet werden können. Besonders praktisch ist die dynamische Anpassung an die Fenstergröße. Ein Beispielprojekt, das Snake-Spiel, zeigt die Flexibilität dieser Lösung auf verschiedenen Geräten und Browsern. Probiert es aus!
Vorschau
TurboWarp Desktop und Packager
Es gibt aber eine Möglichkeit, Scratch Projekte als dynamische, responsive Universalapps zu exportieren.
Der Turbowarp Desktop bietet eine Programmieroberfläche, die den Funktionsumfang von Scratch um etliche Funktionen erweitert.
So kann man zum Beispiel die Erweiterung Runtime-Options hinzufügen und erhält Programmierblöcke, wie stage.width und stage.height.
HTML oder ZIP
Die hier programmierten Apps können nun mit dem Turbowarp Packager entweder als html oder als zip-Datei ausgegeben werden.
Mit der HTML Datei können die Scratch Apps offline auf Geräten laufen (auf dem iPad kann man hier z. B. die Documents von Readdle verwenden). Die Zip Datei kann man verwenden, um die App auf Lernplattformen wie Moodle oder mebis einzubetten und zu verwenden.
Dynamic Stage Resize
Beim Paketisieren hat man nun auch die Option: „Dynamically resize size to match window size“, das heißt, die App ist immer so groß, wie das Browserfenster, in dem sie aufgerufen wird.
Natürlich muss man beim Programmieren solcher Apps nun Rücksicht darauf nehmen, dass sich diese Dimensionen ständig ändern können, bzw. bei jedem Start der App anders sind. Aber man kann z. B. die Größe und die Position der Figuren abhängig von den stage Werten skalieren.
Snake für alle Plattformen
Damit man mal in der Praxis sehen kann, wie das funktioniert habe ich den Klassiker Snake als dynamische WebAPP mit TurboWarp Scratch programmiert.
Probiert es aus, egal auf welchem Gerät oder Browser:
Was bedeutet agiles Arbeiten und Führen für Lehrpersonen, Teams und Schulleitungen und warum kann ein solcher Ansatz den heutigen Herausforderungen an eine moderne Schulentwicklung besser gerecht werden? Welche digitalen Tools können dabei unterstützen und was bedeuten Begriffe und Methoden wie SCRUM, Kanban oder Design Thinking? Alexander Sali ist ein echter Experte in diesen Fragen und kann diese Themen nicht nur theoretisch erläutern, sondern auch mit nachvollziehbaren Beispielen aus der Praxis veranschaulichen.
Adaptable Books sind Bücher, die sich an die Leserinnen und Leser anpassen. Die vielfältigen digitalen Möglichkeiten und Werkzeuge werden genutzt, um Inhalte zum Beispiel in Bezug auf Komplexität, Schriftdarstellung, Sprachausgabe, multimediale Elemente oder mit interaktiven Aktivitäten anzureichern und Wahlmöglichkeiten zu bieten. Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler können solche Bücher erstellen, verwenden und anpassen. Dazu gibt es inzwischen eine Reihe von digitalen Bücherregalen mit von Lehrerinnen und Lehrern erstellten Beispielen. Diese Bücher können als Inspiration dienen, aber auch im Sinne des Open Educational Ressources (OER) Prinzips heruntergeladen und verwendet aber auch weiter auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden.
Wer mit dem iPad produktiv arbeiten möchte, der kann vom Split View, also der Darstellung von 2 Apps nebeneinander auf dem iPad profitieren. Neben der eingebauten Möglichkeit, diesen Arbeitsplatz entsprechend einzurichten gibt es eine Methode mithilfe der Kurzbefehle App. So kann man wiederkehrende Fensterkombinationen als App auf dem Homescreen ablegen und den Zugang dazu somit erleichtern. Mehr dazu im Video:
Oft ist es hilfreich, wenn man in der Schule Lernaufgaben nicht nur als geschriebenen Text, sondern zusätzlich als Audiodatei zur Verfügung stellt. Man kann natürlich seine eigene Stimme dazu aufnehmen. Oft ist es aber hilfreich, wenn der Text von einer neutraleren Stimme vorgelesen wird. Hier kommt die digitale Sprachausgabe in Frage. Der Klang und Sprachrhythmus der künstlich erzeugten Stimmen ist mit der Zeit immer natürlicher und besser verständlich geworden. Auf dem iPad ist es mit 4 Aktionen in der Kurzbefehle App möglich, sich selber eine App zu programmieren, welche diese Umwandlung automatisch übernimmt: Wie das geht, zeige ich in dem Video Schritt für Schritt.
Aller Anfang ist schwer. Und wenn im Zuge der Digitalisierung der Klassenzimmer eventuell auch neue Tablets vor der Tür stehen, dann stellt sich oft die Frage, wie man den Umgang mit den vielleicht neuen Geräten lernen und vermitteln kann. Hier stelle ich einen spielerischen aber produktiven Ansatz vor: Das Keynote Bingo.
Die Schülerinnen und Schüler sollen mit Hilfe der Keynote Vorlage bestimmte Personen, Orte und Gegenstände mit dem Tablet fotografieren. Dabei lernen sie den Umgang mit dem Gerät und gleichzeitig die Schulumgebung besser kennen und können das Gerät bereits ganz selbstverständlich als Werkzeug produktiv im Unterricht einsetzen.
Die Vorlage stelle ich gerne unter CC by Lizenz zur Verfügung. Sie kann auch nach eigenen Wünschen verändert werden. In diesem Fall wurde ein angepasstes Folienlayout verwendet, welches dafür sorgt, dass die Elemente auf der Folie nicht verrutschen können und damit Platzhalter für die Fotos eingefügt werden konnten. Damit ist es für Schülerinnen und Schüler besonders einfach, eine individuelle Bilgokarte zu erstellen, weil sie nur auf die Kamerasymbole drücken müssen, um direkt mit dem iPad ein Foto mit der eingebauten Kamera einzufügen.
Das Folienlayout ändert man bei Bedarf entweder mit einem Rechtsklick auf die Folie im Navigator oder durch Drücken auf den schwarzen Bereich neben der Folie, wenn nichts ausgewählt ist.
Seit Juni 2022 kann man mit Pages auf dem iPad Serienbriefe erstellen. Dabei werden Informationen aus einer Datenquelle, zum Beispiel aus einer Tabelle benutzt, um individuelle Dokumente mit einer Vorlage zu erstellen. Damit kann man in der Schule zum Beispiel Urkunden, Elternbriefe, Passwortkarten oder Medienführerscheine anfertigen. Wie das geht, zeige ich im Video.
Nachdem der reichste Mann der Welt für unglaublich viel Geld eines der wichtigsten sozialen Netzwerke gekauft hat und dieses nun zentral nach seinen Wünschen umgestalten kann, schauen sich viele Nutzer nach Alternativen um, die vielleicht mehr Wert auf Datensparsamkeit legen. Dabei liegt vor allem ein Dienst im Trend, nämlich Mastodon.
Was ist Mastodon?
Das Mastodon Netzwerk läuft nicht über ein zentrales Servernetzwerk, welches von einer Organisation administriert wird. Die notwendige Software ist OpenSource und kostenlos und kann dezentral auf vielen Servern von unterschiedlichen Personen oder Organisationen betrieben werden. Diese Instanzen kommunizieren aber miteinander, so dass trotzdem die Nutzer verschiedener Server Inhalte teilen und miteinander interagieren können. Das ganze nennt man föderiertes Netzwerk. Und Teil einer Föderation zu sein ist für einen Star Trek Fan natürlich eine große Motivation.
Einfache Anmeldung
Das hört sich alles sehr technisch an, ist für den normalen Nutzer aber eigentlich auch nicht komplizierter, als eine Anmeldung bei Twitter.
Ich habe bei Mastodon zum Beispiel den Nutzernamen @thomas@mastodon.lernsachen.online
Ich bin natürlich gleich einen Schritt weiter gegangen und habe mich nicht einfach nur bei irgendeiner bestehenden Instanz angemeldet, sondern versucht, Mastodon selber zu betreiben. Dazu habe ich die Software über meinen Yunohost Server auf meinem Raspberry Pi installiert. Es ist faszinierend, wie relativ einfach das ging und dass jetzt ein komplettes soziales Netzwerk auf diesem kleinen Kästchen auf meinem Schreibtisch läuft.
Wer neugierig ist, darf sich gerne über meine Instanz bei Mastodon anmelden.
Dazu könnt ihr Euch einfach bei folgender Adresse registrieren:
Es ist erstaunlich wieviele Nutzer*innen, zum Beispiel aus dem Twitterlehrerzimmer, man schon finden kann.
Ich will Euch dazu animieren, das Ganze einmal auszuprobieren und freue mich über neue Vernetzungsmöglichkeiten.
Zum Ende möchte ich noch auf das tolle Video von Jan-Keno Janssen auf dem Kanal ct3003 vom Heiseverlag verweisen, der hier kurz und kompetent noch einmal alles erklärt:
Ablenkungsfreie Inhalte, Werbeblocker, barrierefreie Navigation und Offline Videos kann man durch eine alternative Browser-Wahl realisieren. Der Standard Browser auf dem iPad heißt Safari. Man kann aber wie auf einem Desktop Computer auch andere Internet Browser auswählen. Auf dem iPad verwenden zwar alle die gleiche Apple Technology namens WebKit. Dennoch unterscheiden sie sich teils erheblich im Aussehen und im Funktionsumfang. Im Video stelle ich vier Browser mit ihren Vor- und Nachteilen für den Einsatz in der Schule näher vor, nämlich Safari, FragFinn, Brave Browser und iCab Mobile.